Foto von BRKN

Am 29.09.2026 war BRKN (gesprochen ‘Berkan’) im FZW Dortmund zu Gast. BRKN kenne ich, seit seine Hit-Single “Auto” 2016 in unserer Wohnung bei meiner Schwester hoch und runter lief. Seine Mischung aus lustigen, selbstironischen, aber doch tiefgehenden Lyrics und seine Stimme gefielen mir von Anfang an. Bis auf diese Single erkundete ich seine Musik zunächst jedoch nicht. Erst einige Jahre später, evtl. sogar auch direkt bei Release, stieß ich auf seine Single “Ein Zimmer” – eine moderne Rags-To-Riches-Liebesgeschichte, in der das lyrische Ich – vermutlich BRKN selbst – von “einem Zimmer” und “Kleinanzeigenhustle” zum “Loft in Berlin” und der “Designerkleiderstange” aufsteigen will.

Diese zwei Lieder waren lange die einzigen Lieder, die ich von BRKN kannte. Erst später wurde mir seine Musik durch den Push verschiedener Algorithmen – primär YouTube und Spotify – vertrauter. Unter anderem sein Auftritt beim YouTube-Channel COLORS mit der Single “Bordeaux” hatte es dabei in sich. So begann BRKNs Musik mich zu begleiten. Dabei trafen unter anderem seine Singles “Angst” und “Therapie” meinen Nerv und zeigten eine gefühlvolle Seite von BRKN, die sein Durchbruchs-Track “Auto” nicht vermuten ließ. BRKN sang “Auto” in Dortmund nach einigen Jahren Live-Abstinenz des Tracks wieder und kommentierte das mit: “Ich habe eine komplizierte Beziehung zu diesem Song”.

Als sein neues Album “Lösch meine Nummer” bei Spotify zum Vormerken verfügbar war und sich die erste Single “Es tut nicht mehr weh” als wunderbarer Song mit viel Herz entpuppte, entschloss ich mich, BRKN live zu sehen. Glücklicherweise war auch Dortmund Teil seiner Tour, sodass ich mir frühzeitig ein Ticket sicherte. Das Konzert fand im FZW statt, welches ich bisher einmalig von einem Poetry-Slam kannte. Ich ging jedoch mit der Erwartung in den Abend, dass BRKN in der 1.300 Leute fassenden FZW-Halle spielen würde. Stattdessen fand sein Konzert in einem relativ kleinen Saal mit schätzungsweise 200 Personen statt, die ihn an diesem Abend sehen wollten. Das stellte sich schnell als Vorteil heraus, da ich so knapp zwei Meter von BRKN entfernt in der zweiten Reihe einen Stehplatz einnehmen konnte.

Mit etwas Verspätung kam BRKN dann gegen 20:15 Uhr auf die Bühne und umkreiste verheißungsvoll sein Keyboard, wobei er seine Loopstation aus Versehen von ihrem angestammten Platz riss. Das stellte sich im Anschluss für einige Zeit als problematisch heraus, als BRKN mehrfach sein auf dem Keyboard eingespieltes musikalisches Intro, welches ebenjene Loopstation benötigte, abbrechen musste, da der Sound nicht vernünftig abgespielt wurde. BRKN sprach an dieser Stelle zum ersten Mal und stellte treffend fest: “Ey, liegt das jetzt daran, dass die Loopstation runtergefallen ist?”. Nach einigen weiteren Versuchen gelang ihm das korrekte Überlappen der Loops zu seiner sichtlichen und hörbaren Erleichterung. Nachdem das geloopte Intro von ihm weiter mit dem Keyboard begleitet wurde, stieg “DJ Kalle” mit dem kompletten Sound des ersten Lieds – ich glaube, es war sein neuer Song “Mehr davon (feat. Lugatti)” – ein. Zu meiner Erleichterung war der Sound sehr gut abgemischt und selbst in der zweiten Reihe war die Lautstärke angenehm, sodass keine Ohrstöpsel nötig waren.

Als das erste Lied, welches lautstark vom Publikum mitgesungen wurde, zu Ende war, begann BRKN seinen Dialog mit dem Publikum und tat dies mit einem Witz und einer Lockerheit, die ich bei Konzerten oft vermisse. Zu häufig wird das Potenzial der Live-Situation für einzigartige Momente nicht genutzt, stattdessen werden Track für Track nach der immer gleichen Playlist gespielt oder dieselben Floskeln zwischen Songs geäußert. BRKN hob sich ab, redete mit seinem Publikum auf Augenhöhe und versprühte gute Laune – und das, obwohl er augenscheinlich schnell ins Schwitzen geriet. Den Grund offenbarte er im Laufe der Show ebenfalls mit einem Augenzwinkern: “Leute, wisst ihr eigentlich, wie schnell Kokosmilch schlecht wird?” BRKN hatte es am selben Vormittag wohl rausgefunden, als er eine abgestandene Kokosmilch trank und mit den Konsequenzen kämpfte. Es ist genau dieser Mix aus Authentizität und Humor, der mich an ihm beeindruckt. Zuerst begegnete mir das durch seine Songtexte, aber ausschlaggebend für seinen Eindruck bei mir war sicherlich sein bei Ex-MTV-Moderator Markus Kavka gegebenes Interview. Sein Konzert verstärkte bestehende Sympathiegefühle nur weiter.

Neben der unangefochtenen musikalischen Performance fand auch ein kurioses Ereignis, welches für mich der prägendste Moment dieses Konzerts sein würde, kurz nach dem Song “Ein Zimmer” statt. Ein junger Mann reichte BRKN am Bühnenrand – einen Meter von mir entfernt – sein Handy und bat ihn, doch bitte etwas zu filmen, ließ aber offen, was genau seine Intention war. Für einen kurzen Moment war die Spannung im Raum greifbar, da niemand zu wissen schien, was als Nächstes passieren würde. Auch BRKN war die Verwirrung anzusehen, da auch er sich wahrscheinlich fragte, ob seine Show in diesem Moment von einem Verrückten gekapert werden würde. Stattdessen löste sich die Spannung schnell in Erleichterung und Rührung auf, als der junge Mann auf die Knie ging und vor den Augen aller Konzertbesucher und mit einem filmenden BRKN auf der Bühne seiner Freundin einen Heiratsantrag machte. Glücklicherweise schien das junge Paar sich in seiner Lebensplanung einig zu sein, sodass das Pärchen in Freude und der Raum in Applaus ausbrachen. Die beiden frisch Verlobten richteten sich dann an BRKN und sagten: “Deine Musik hat uns zusammengebracht”. Ein sichtlich gerührter BRKN entgegnete: “Wie soll ich das jetzt noch toppen?” – ein schönes Schlusswort für das beste Konzert, das ich bisher besucht habe.

Die Erstfassung dieses Textes wurde ohne KI erstellt. KI wurde anschließend als Korrekturleser verwendet. Die Vorschläge der KI wurden durch mich überprüft und nur, wenn sie passend waren, übernommen.